Helmut Fischer

Haben Christen drei Götter?

Entstehung und Verständnis der Lehre von der Trinität

Inhaltsverzeichnis

Basis und Hintergrund der Trinitätslehre

Einführendes

Das Gottesverständnis Jesu

Die Christusbekenntnisse in den neutestamentlichten Schriften

Zwischenbemerkungen zum neutestamentlichen Kanon

Die Herausforderung durch das hellenistische Gottesverständnis

Zwischenbemerkung zum Hellenismus

Zwischenbemerkung zur Religion in hellenistischer Zeit

Das Christentum in der hellenistischen Welt

Klärungsversuche zur Person Jesu

Zur nachbiblischen Ausgangslage

Schritte zu einer Binitätslehre

Von der Binität zur Trinität

Gibt es einen »Drang« zur Trinität?

Der Heilige Geist

Schritte zur Trinitätslehre

Die gemeinsame Basis bleibt brüchig und schmal

Kritische Würdigung

Was hat die Trinitätslehre geleistet?

Kritische Anfragen

Glossar

Zitierte Literatur

|7| Basis und Hintergrund der Trinitätslehre

Einführendes

Hinweise zur Lektüre

Das Thema »Trinität« gehört zu den geistig anspruchsvollsten Kapiteln in der Geschichte der kirchlichen Lehre. Es führt aber auch an die entscheidenden Weichenstellungen und Entscheidungen in der Entwicklung des christlichen Glaubens- und Gottesverständnisses. Das Ziel lohnt den Weg in der Weise, wie der Rundblick, den der Berggipfel bietet, den Aufstieg dahin lohnt. Den Aufstieg auf den hohen Gipfel wird niemand ohne ein elementares Wissen über die Welt der Berge und ohne fachgerechte Ausrüstung bewältigen. Nach der Grundregel des »learning by doing« habe ich das nötige Grundwissen in die hier bevorstehende Bergwanderung so integriert, dass Sie es dort, wo es nötig sein wird, bereits zur Verfügung haben. Die fachgerechten Ausrüstungsstücke sind bei unserer Tour einige unumgängliche Fachbegriffe, ohne die manche Passagen nicht oder nur mit großen Mühen zu nehmen wären. Sie müssen diese Ausrüstung aber nicht bereits vom Basislager als schweren Ballast mitschleppen. Was Sie davon brauchen werden, das wird Ihnen dort, wo es erforderlich ist, nachgereicht, also ebenfalls zur Verfügung gestellt. Sie müssen als Leser den Gipfel nicht an einem Tag erstürmen. Die einzelnen Abschnitte sind so geschrieben, dass Sie auch in zeitlichem Abstand gelesen werden können und dennoch verständlich bleiben. Dafür wurden einige Wiederholungen in Kauf genommen. Die schwierigsten Fachbegriffe werden in einem Glossar noch einmal erklärt.

|8| Klärung tut not

Das Wort »Trinität« steht für das christliche Verständnis Gottes. Aber dieses Wort dürfte auch in seiner deutschen Fassung als »Dreieinigkeit« oder »Dreifaltigkeit« für die meisten Zeitgenossen seinem Inhalt nach ein Fremdwort sein. Selbst die regelmäßigen Gottesdienstbesucher werden damit nur wenig Konkretes verbinden, obwohl sie doch das Bekenntnis zum Dreieinigen Gott als dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist in jedem Gottesdienst mitsprechen. Theologische Lehrbücher, Katechismen und liturgische Texte aller Konfessionen stellen demgegenüber unbeirrt und übereinstimmend fest, dass die »Trinitätstheologie gesicherter theologischer Bestand aller Konfessionen ist« (Breuning, 524). Katholisch: »Das trinitarische Bekenntnis ist … die Kurzformel des christlichen Glaubens und die entscheidende Aussage des christlichen Glaubensverständnisses« (Schneider I, 53f). Evangelisch: »Christliche Gotteslehre ist prinzipiell Trinitätslehre« (M. Barth, 272). Orthodox: »Für die orthodoxe Kirche ist die Dreifaltigkeit das unerschütterliche Fundament allen religiösen Denkens, aller Frömmigkeit, allen geistlichen Lebens, aller mystischen Erfahrung« (Larentzakis, 41). Generell gilt: Die Trinitätslehre ist »Bestandteil des christlichen Grundkonsenses« (Breuning, 521).

Wie aber kann es sein, dass der von den Theologen behauptete Kern des christlichen Glaubens den Gläubigen so gänzlich unverständlich bleibt? Es ist keine Erklärung, wenn der katholische Erwachsenen-Katechismus feststellt: »Dieses Bekenntnis zum Dreieinigen Gott ist ein tiefes Geheimnis, das kein erschaffener Geist von sich aus zu entdecken oder jemals zu begreifen vermag« (KEK, 85). Nun |9| ist es durchaus kein Geheimnis, sondern gesicherte historische Erkenntnis, dass die Trinitätslehre nicht als unverständlicher Fremdkörper vom Himmel gefallen ist, sondern das Ergebnis einer Jahrhunderte währenden Denkbemühung darstellt. Was Menschen wann immer mit guten Gründen so und nicht anders formuliert haben, das muss bei einigem historischen Bemühen für alle Nachfolgenden auch nachvollziehbar sein. Sonst wäre der oft geäußerte Verdacht begründet, dass eine verstiegene theologische Spekulation nachträglich zum nicht befragbaren Geheimnis hochstilisiert worden ist, um sie der kritischen Nachfrage zu entziehen.

Nicht nur Christen, sondern auch Juden und Moslems scheinen mit der Trinitätslehre Schwierigkeiten zu haben. Das Christentum versteht sich zusammen mit dem Judentum und dem Islam als streng monotheistischer Gottesglaube. Aber Juden und Moslems sehen in der christlichen Trinitätslehre eine Lästerung dieses einzigen Gottes und den Abfall der Christen zur Vielgötterei. Dazu heißt es in der Sure 5,21f (nach Paret): »Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist einer von Dreien …, eine schmerzhafte Strafe wird sie treffen.« Sprechen die Christen wirklich von drei Göttern?

Atheisten und Agnostiker wollen in der Trinität »eine höchst seltsame multiple Persönlichkeitsstörung« sehen. Diese Beurteilung sagt nichts über den Sinn der Trinitätslehre; sie sagt aber sehr viel über den geistigen Horizont dessen, der zu diesem Urteil kommt. Nicht jede Aussage ist schon deshalb sinnlos und absurd, weil sie im Rahmen der eigenen Denkvorgaben und Sprachmöglichkeiten keinen Sinn ergibt. Diese Schrift möchte auch jenen zu einem historisch angemessenen Verständnis der Trinitätslehre helfen, |10| die sich, durch wessen Schuld auch immer, bisher damit schwertaten.

Die religionsneutrale Auskunft von Kröners »Wörterbuch der Religionen« zur Trinität lautet so: Unter Trinität versteht man »die Einheit der drei göttlichen Personen im Christentum, Vater, Sohn und Geist« (Bertholet, 624). So zutreffend die Definition sein mag; die Fragen aber, wie diese drei göttlichen Personen in der Einheit des göttlichen Wesens gedacht werden können, bleiben ohne Antwort. Geheimnis, Rätsel, Spekulation, Zahlenspiel, Missverständnis? Klärungsbedarf – so scheint es – besteht allseitig und in vielfacher Hinsicht; vorab bei Christen selbst, aber nicht minder nötig bei Skeptikern und Gegnern des christlichen Glaubens und schließlich bei den Angehörigen anderer Religionen, die den christlichen Glauben seinem Selbstverständnis gemäß verstehen möchten.

Was ist von diesem Text zu erwarten?

Mit welchem Ziel und wie soll hier das Thema »Trinität« in den Blick genommen werden? Zunächst sei gesagt, was der Leser nicht zu befürchten hat. Wenn wir davon ausgehen müssen, dass die Trinitätslehre in langwierigen Klärungsprozessen auch unter dem Einfluss der vielfältigen geistigen Strömungen der ersten Jahrhunderte entstanden ist, so verbietet es sich, diese Trinitätslehre als die von Gott vorgegebene Voraussetzung für den christlichen Glauben zu nehmen und bereits den Weg, der zu dieser Trinitätslehre führte, im Licht des fertigen Denkmodells als theologisch notwendig auszulegen. Zirkelschlüsse dieser Art bringen keinen Erkenntnisgewinn; sie dienen lediglich dazu, die eigenen Vorgaben zu bestätigen. Unterbleiben soll |11| auch der klassische Weg, nämlich das Nichtdenkbare durch Vergleiche denkbar zu machen und so als denknotwendig zu erweisen. Das entspräche dem absurden Vorhaben, ein Wunder dadurch retten zu wollen, dass man es wegerklärt.

Die folgenden Ausführungen sollen zeigen, wie es dazu gekommen ist, dass sich aus der Vielfalt der biblischen Christuszeugnisse ein Gottesverständnis aufgebaut hat, das so schwer nachvollziehbar ist, dass es sich uns als »tiefstes göttliches Geheimnis« darstellt. Es wird dabei nach den kulturellen Notwendigkeiten, nach den treibenden Kräften und Motiven, nach den kulturellen, religiösen, politischen und sprachlichen Bedingungen zu fragen sein, die bei der Ausformung der Trinitätslehre eine Rolle gespielt haben. Geistige Entwicklungen laufen selten geradlinig zu einem Ziel hin. Die Klärungsprozesse zur Gottesfrage innerhalb der Christenheit beanspruchten vier Jahrhunderte. Wir müssen hier nicht in alle Seitenarme und Sackgassen der Diskussion hineinleuchten, sondern können uns darauf beschränken, die in der Rückschau als wesentlich erkennbaren Positionen, Grundgedanken und Weichenstellungen herauszuarbeiten, die zur Trinitätslehre hinführten.

Das Gottesverständnis Jesu

Der Charakter unserer Quellen

Von Jesus selbst haben wir keine schriftlichen Zeugnisse. Wie er sich selbst und wie er sein Verhältnis zu Gott verstanden hat, das können wir nur aus den Texten des Neuen Testaments ermitteln. Diese aber sind durchweg Christuszeugnisse aus der Sicht des österlichen Glaubens. Das |12| heißt, die neutestamentlichen Texte zeichnen nicht den historischen Jesus, sondern sie bekennen den auferstandenen Christus, der sich seit Ostern im Leben von Menschen als lebendig erwiesen hat. Von dieser Sicht der nachösterlichen Gemeinden ist das Bild des historischen Jesus von Nazaret überformt.

Jesu Gottesverständnis bleibt im Rahmen des Judentums

Eine Analyse der neutestamentlichten Texte ergibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Jesus in irgendeiner Weise von dem strengen monotheistischen Gottesverständnis seiner Religion abgewichen wäre. Als historisch verbürgt darf gelten, dass Jesus für Gott vorzugsweise die Bezeichnung »Vater« oder »Abba« wählte. Für jüdische Gläubige war es nicht ungewöhnlich, Gott als Vater zu bezeichnen. Das geht noch nicht über das jüdische Selbstverständnis hinaus. Denn Israel kannte das Wort, das Mose vor dem Auszug an den ägyptischen Pharao ausrichten sollte: »So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Und ich habe dir gesagt: Lass meinen Sohn (d.h. das Volk Gottes) ziehen, damit er mir diene« (Ex 4,22f). Als Angehörige des erwählten Volkes konnten alle Israeliten Gott ihren Vater nennen und sich als seine Kinder verstehen. Es gehört zum kollektiven Bilderschatz des Judentums, »dass Gott Vater ist und wie eine Mutter handelt« (Theißen 96, 458). Wenn Jesus sogar das familiäre aramäische Wort »Abba« verwendet, das etwa unserem »Papa«, »lieber Vater« entspricht, so könnte sich darin sein besonders enges Verhältnis zu Gott ausdrücken. So sagt er in seinem Gebet im Garten Getsemani: »Abba, Vater, alles ist dir möglich. Lass diesen Kelch an mir vorübergehen!« (Mk 14,36).

|13| Jesus setzt sich Gott nicht gleich

Als unwahrscheinlich gilt es, dass Jesus sich in einem herausgehobenen Sinn als »der Sohn« verstand. In dem Satz »Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater …« (Mt 11,27) drückt sich bereits die spätere Deutung Jesu durch die Gemeinde aus. Vom historischen Jesus könnte hingegen das Wort aus den Texten über die Endzeit stammen: »Jenen Tag oder jene Stunde kennt niemand, … der Sohn nicht, nur der Vater« (Mk 13,32). Jesus sagt hier sehr deutlich, dass Vater und Sohn nicht das gleiche Wissen haben, also auch nicht identisch sind. Dieser Satz hat späteren Auslegern viel Kopfzerbrechen bereitet, weil er wie eine Sperre gegen alle Versuche dasteht, Gott und Jesus gleichzusetzen.

Die Christusbekenntnisse in den neutestamentlichen Schriften

Am Anfang steht die Vielfalt

Bei der Lektüre biblischer Texte muss uns bewusst sein, dass wir keine direkten Quellen von Jesus haben, sondern nur Quellen über ihn. Diese Quellen über ihn sind keine neutralen biographischen Notizen aus der Feder distanzierter Beobachter, sondern allesamt Zeugnisse und Bekenntnisse von Christen der nachösterlichen Gemeinde. Was uns diese Zeugnisse über den historischen Jesus und dessen Selbstverständnis sagen, das ist also bereits »gedeutete Geschichte«. Diese Texte wollen nicht einfach dokumentieren, wer der historische Jesus von Nazaret war; sie bezeugen |14| vielmehr, was der lebendige Jesus für unser Leben bedeutet.

In die neutestamentlichen Schriften sind die Bekenntnisse und Zeugnisse vieler unterschiedlicher Menschen und unterschiedlicher regionaler Traditionen eingegangen. Deshalb begegnen uns auch recht unterschiedliche Versuche, die Bedeutung Jesu zum Ausdruck zu bringen. Am Anfang finden wir daher eine große Vielfalt von Bekenntnissen zu Christus und nicht eine gemeinsame Formel. Ein gemeinsames Christusbekenntnis war erst das Ergebnis langwieriger Denkbemühungen.

Die Hoheitstitel Jesu

Die Menschen, die dem Ausdruck geben wollten, was Jesus für sie bedeutete, griffen ganz unbefangen auf die Bilder, Metaphern, Symbole und Gottesprädikate zurück, die ihnen in ihrer Religion und Kultur vertraut waren. In der jüdischen Kultur sah man in Jesus einen Propheten, den Gottesknecht oder das Opferlamm, einen Nachkommen König Davids, den Sohn, den Hohepriester, den erwarteten Menschensohn und den Messias. Da die Christusbotschaft sich sehr schnell über die Grenzen der jüdischen Kultur hinaus in die religiös vielgestaltige Welt des Römischen Reiches ausbreitete, kamen einige der jüdischen Welt fremde Bezeichnungen für Jesus hinzu. Im Bereich der vielen Religionen und Philosophien des Römischen Reichs verglich oder identifizierte man Jesus mit religiösen Gestalten und religiös-philosophischen Größen der eigenen Kultur wie z.B. mit dem Logos, der das Prinzip allen Seins und das Göttliche in mancherlei Gestalt verkörperte. Mit der Bezeichnung »der Herr« drückte man aus, dass er über |15| Königen und Kaisern stand. Man sah in ihm einen Heilsbringer/Sotér, eine Erlösergestalt, die im Mittelpunkt vieler Mysterienkulte stand. Darauf muss hier nicht im Einzelnen eingegangen werden.

Der Titel »Sohn«

Für die Ausformung des Gottesverständnisses sollte die Bezeichnung »Sohn« im Sinne von »Sohn Gottes« eine zentrale Rolle spielen. In der Bibelwissenschaft besteht weithin Einigkeit darüber, dass Jesus sich niemals selbst in einem herausgehobenen Sinn als Sohn Gottes bezeichnet hat. Seine Jünger haben das vor Ostern wohl auch nicht getan. In den Evangelien finden wir eine Szene, in der Jesus seine Jünger fragt: »Für wen haltet ihr mich?« (Mk 8,29). Petrus antwortete: »Du bist der Christus/der Messias.« Im Matthäusevangelium, das Jahrzehnte nach dem Markusevangelium entstanden ist, wird hinzugefügt: »… der Sohn des lebendigen Gottes!« (Mt 16,16). Diese Szene wurde freilich aus der Sicht der nachösterlichen Gemeinde geformt und sie gibt daher das Jesusverständnis der nachösterlichen Gemeinde wieder.

Was aber ist unter »Sohn« zu verstehen? Für uns scheint das eindeutig zu sein. Mit »Sohn« bezeichnen wir die biologische Herkunft eines Menschen von bestimmten Eltern. Das galt in Palästina natürlich auch. Aber zur Zeit Jesu wäre es hier als Gotteslästerung gewertet worden, wenn es jemand gewagt hätte, einen Menschen als den leiblichen Sohn Gottes zu verstehen. Gerade dies scheint man aber nach dem Johannesevangelium Jesus vorgeworfen zu haben. Im Prozess gegen Jesus rufen die Juden Pilatus zu: »Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss |16| er sterben, denn er hat sich zum Sohn Gottes gemacht« (Joh 19,7). Demnach schien es in Israel als gotteslästerliches und damit als ein todeswürdiges Verbrechen zu gelten, sich selbst oder jemanden zu Gottes Sohn zu erklären. Nun haben wir aber auch das Bekenntnis des Petrus: »Du bist der Sohn des lebendigen Gottes.« Diese Äußerung hat offenbar nicht die mindeste Reaktion der Empörung ausgelöst. Daraus ist zu schließen, dass Jesus auch von der nachösterlichen Gemeinde in Palästina nicht als leiblicher Sohn Gottes verstanden wurde, sondern in jenem übertragenen Sinn, der jüdischen Menschen vertraut war.

»Sohn Gottes« im jüdischen Verständnis

Es gehörte zum Selbstverständnis des Volkes Israel, sich selbst als Sohn Gottes zu verstehen. Beim Propheten Hosea lesen wir: »Als Israel jung war, habe ich es geliebt, und ich rief meinen Sohn (Volk) aus Ägypten« (Hos 11,1). Diese Sohnschaft wurde freilich nie biologisch verstanden, sondern metaphorisch. Im Bild vom engen Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird das enge Verhältnis zwischen Jahwe und seinem Volk zum Ausdruck gebracht. Zu diesem engen Verhältnis hat sich Israel allerdings nicht von sich aus entschlossen. Israel weiß sich vielmehr von Jahwe zum Sohn erwählt. Diese Erwählung durch Jahwe macht das Volk Israel zum Sohn Gottes und die Angehörigen dieses Volkes zu Söhnen und Töchtern Gottes. »Bring meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Erde« (Jes 43,6).

Die gleiche Denkfigur der Erwählung zum Sohn Gottes begegnet uns auch an anderer Stelle. Der Prophet Natan wird von Gott mit einer Botschaft an König David beauftragt. |17|