Klaas Hendrikse

Glauben an einen Gott,
den es nicht gibt

Manifest eines atheistischen Pfarrers

Aus dem Niederländischen übertragen von Gabrielle Zangger-Derron

Publiziert mit freundlicher Unterstützung der Dutch Foundation for Literature

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Niederländische Originalausgabe © 2007 Klaas Hendrikse,
unter dem Titel «Geloven in een God die niet bestaat. Manifest van een atheïstische dominee» erschienen bei Nieuw Amsterdam Uitgevers

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar.

Bibelzitate, wenn nichts anderes vermerkt, nach: Zürcher Bibel (2007)
© 2007 Zürcher Bibel/Theologischer Verlag Zürich

Umschlaggestaltung: Simone Ackermann, Zürich, unter Verwendung einer Foto von Mark van den Brink

ISBN 978-3-290-17663-1 (Buch)
ISBN 978-3-290-17719-5 (E-Book)

© 2013 Theologischer Verlag Zürich
www.tvz-verlag.ch

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur deutschen Ausgabe

Ein Wort über mich

Atheist und Pfarrer, geht das zusammen?

Für wen schreibe ich?

Kein schwieriges Buch

Kein christliches Buch

Er und Sie

Eine Entschuldigung im Voraus

Ein Wort zum Inhalt

1. Gott gibt es nicht – Womit Atheisten recht und womit sie nicht recht haben

Zur Frage, ob es Gott gibt oder nicht

Blasphemie: Tun, als gäbe es Gott

Über Atheismus

Es gibt Atheisten und Atheisten

Agnostiker und Etwasisten

Was Atheisten über Gott sagen

Das atheistische Gottesbild

Das atheistische (Un-)Glaubensbekenntnis

Was Atheisten über den Glauben sagen

Die Bibel: «Im Anfang» ist nicht «der Anfang»

Der Anfang – das 13. Jahrhundert vor Christus

Ehjeh ascher ehjeh: «Geht, und ich gehe mit euch.»

«Im Anfang» – das 6. Jahrhundert vor Christus

Wenn – dann: Wenn es einen Gott gibt …, dann ist es der unsrige!

Nach dem Anfang

Monotheismus

Gott der Allmächtige

Wissenschaft

Die Entwicklung der Wissenschaften – ein kurzer Überblick über vier Jahrhunderte

Segnungen

Grenzen

Glaube und Wissenschaft beissen einander nicht

Schöpfung und Evolution: göttliche Äpfel und wissenschaftliche Birnen

Intelligent design

2. Glauben nach dem Komma

Glaube und glauben

Es geht nicht um das Wort «Gott»

Vom Geschehnis zur Erfahrung

Erwachsene Abhängigkeit

Ein Rucksack voller Erfahrung

Vom Substantiv «Glaube» zum Verb «glauben»

Vertrauen

Glauben als Entscheidung?

An Gott glauben

Dein Wort «Gott» sagt nichts über Gott

Gott als unsere eigene Geschichte

Biblische Geschichten

Gott als «was mit Menschen mitzieht»

Gott geschieht

Gott in den Menschen?

Gott zwischen den Menschen?

Gott ohne Menschen?

Gott als Antwort

3. Atheist und Pfarrer: Wie geht das?

Noch einmal einige Worte über mich

Über Gott sprechen – Einbildung

Negative Theologie

Der «Etwasismus»

Sprechen in Bildern

Gott spricht – Bildsprache

Offenbarung

Ein persönlicher Gott ist keine Person

Zu Gott sprechen – beten

Fürbittegebet

«Erhörung»

«Unservater»

Gott und Tod

4. Hat die Kirche noch eine Zukunft?

Ein Rundgang in der und um die Kirche

Nach innen

Von innen nach aussen

Zurück nach innen

Im Gespräch mit Atheisten

Die christliche Tradition

The morning after

Gütertrennung

Die Kirche als Café-Restaurant

Worte des Dankes

Fussnoten

Seitenverzeichnis

Dieser Gott, den wir benennen, den wir uns präzis und plastisch vorstellen, dessen Existenz wir problemlos bejahen, ist kein Gott, sondern ein Abgott …

Cornelis Verhoeven, Rondom de leegte

Vorwort zur deutschen Ausgabe

Mein erstes Buch, »Geloven in een God die niet bestaat. Manifest van een atheïstische dominee« (2007), verursachte gleich beträchtlichen Aufruhr: Monatelang wurde über das Buch und die Reaktionen darauf in Radio, Fernsehen und Zeitungen berichtet und diskutiert. Und die erste Auflage war bereits am Erscheinungstag ausverkauft.

Die Meinungen waren und sind geteilt: Während die einen mich als falschen Propheten sehen, der die christliche Tradition schlechtmache und nicht in den Kirchendienst gehöre, preisen andere mich dafür, dass ich sage, was viele denken und an einer Kirche baue, in dem sich »atheistische Gläubige wohl und zu Hause fühlen können«.

Auch meine Kirche, die Protestantische Kirche der Niederlande (PKN), tat sich schwer mit mir und meinem Buch. Ich hatte sozusagen kaum die Feder aus der Hand gelegt, als sich die Proteste der Kirchenleitenden bereits überstürzten, die mein Buch für nicht tolerierbar und mich für nicht mehr tragbar erklärten.

2008 leitete die PKN ein Amtsenthebungsverfahren gegen mich ein, das im Sande verlief, weil meine Gemeinden Middelburg und Zierikzee sich vorbehaltlos hinter mich stellten und sich tapfer gegen meine Entlassung wehrten.

Nun liegt mein Buch in 16. Auflage und in französischer und bald auch deutscher Übersetzung vor, und die Kirchgemeinden Middelburg und Zierikzee prosperieren – nicht zuletzt dank der Aufmerksamkeit, die ich mit meinem Buch erregt habe: Viele Menschen besuchen unsere Gottesdienste, weil sie neugierig sind, wie sich der Gottesdienst eines atheistischen Pfarrers gestaltet.

Bis heute erhalte ich Briefe und E-Mails von Menschen, die mir schreiben, wie sehr ihnen mein Buch geholfen habe, anders, freier glauben zu lernen, glauben zu können, ohne den Intellekt ausschalten zu müssen: »Sie haben einen Kampf in Worte gefasst, der mich seit vielen Jahren beschäftigt.« »Im Laufe der Jahre fiel es mir immer schwerer zu glauben, was in der Kirche von Gott gesagt wird. In Ihrem Buch habe ich endlich einen Pfarrer gefunden, der meine Zweifel und Fragen ernstnimmt.«

Ich freue mich darüber, dass nun eine deutsche Übersetzung meines Buchs vorliegt, die es mir ermöglicht, auch mit deutschsprachigen Leserinnen und Lesern in die Diskussion darüber einzutreten, dass es Gott nicht gibt, dass Gott aber geschehen kann und mit uns geht, wenn wir uns auf den Weg wagen.

Middelburg, im Oktober 2012
Klaas Hendrikse

Ein Wort über mich

Pfarrer zu werden, wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ich wurde 1947 geboren als Sohn eines atheistischen Vaters und einer Mutter, die sich allmählich in die gleiche Richtung verirrte. Mein Vater war Tierarzt in Groot-Ammers, einem Dorf, in dem man damals vor dem Pfarrer noch den Hut oder die Mütze abnahm. Groot-Ammers liegt im Alblasserwaard, einer Gegend, in der bis auf den heutigen Tag das Wort Gottes noch unverfälscht verkündigt wird.

Letzteres allerdings habe ich in meiner Jugend nie vernommen, denn meine Erziehung war streng atheistisch. Erst als ich dreiundzwanzig war, nahm ich zum ersten Mal an einem Gottesdienst teil, und der war nicht besonders ermunternd. So wenig wie ein Besuch im Pfarrhaus, den ich als ungefähr Achtjähriger auf Verlangen meines Vaters machen musste, um mich wegen unanständigen Benehmens gegenüber dem Pfarrer zu entschuldigen. Ich kann die Szene nicht mehr genau rekonstruieren, aber ich vermute, dass die traumatischen zehn Minuten, die ich dort verbrachte, in nicht geringem Mass zu dem eigenartigen Unbehagen beigetragen haben, das mich seither beim Wort «Kirche» befällt. Ich bin unterdessen seit mehr als zwanzig Jahren Pfarrer, aber noch immer geschieht es bisweilen, dass ich morgens aufwache, mit einem Bein aus dem Bett steige, feststelle, dass ich Pfarrer bin, und vor Verwunderung wieder in die Kissen sinke: Ich? Ein Pfarrer? Ein Leben kann merkwürdig verlaufen, oder, wenn man so will (aber so würde ich’s nicht sagen): Die Wege des Herrn sind unerforschlich.

Als Kind wurde mir erklärt, dass es Gott nicht gibt und dass Glaube und Zur-Kirche-Gehen etwas für andere ist. Bei Eltern von Klassenkameraden und auch in meiner eigenen Verwandtschaft konnte ich spüren, was bei den anderen anders war: Sie taten so, als ob es Gott doch gäbe. Später, wenn ich jeweils die Rechnungen unserer Tierarztpraxis austrug, begegnete mir dieses Anders-Sein bei den Bauern und Bäuerinnen. Ich sah, wie sie lebten, in Verhältnissen, die wir heute als «unter dem Durchschnitt» bezeichnen würden, wie sie mit Einschränkungen umgingen, mit Erfolg und Misserfolg, miteinander. Sie schienen mir über etwas zu verfügen, was man in meinen Kreisen nicht kannte: eine Fähigkeit, das Leben so anzunehmen, wie es war, nicht als etwas Selbstverständliches, sondern als etwas von irgendwoher «Gegebenes», und es sah so aus, als wären ihnen damit auch Halt und Ermutigung mitgegeben, um hinzunehmen, was für sie bestimmt oder «verfügt» war.

Besser konnte ich das damals und kann ich es noch heute nicht ausdrücken. Aber es hat mich berührt und meine Neugier geweckt. Wenn es stimmte, dass diese Leute, wie man mich gelehrt hatte, an einen Gott glaubten, den es gar nicht gab, warum taten sie dann so, als ob es Gott doch gäbe? Mir war damals schon klar, dass man diese Frage nicht mit der einfachen Antwort abtun konnte: Sie lassen sich eben etwas weismachen, was samt und sonders Unsinn ist.

Ich absolvierte den Militärdienst, studierte, trat ins Berufsleben. Ich hatte weder Lust noch Zeit noch das Bedürfnis, mich mit geistlichen Dingen zu befassen, und schon gar nicht mit Gott. Erst nachdem ich geheiratet hatte und einigermassen «etabliert» war, kam jene Frage zurück: Was ist denn so anders bei den anderen? Und wenn es diesen Gott, an den sie glauben, gar nicht gibt, was kann dieser Gott dann doch bewirken?

Um es kurz zu machen: Ich studierte Theologie. Ich habe viel dabei gelernt, vor allem über das, was ich jetzt «Nicht-Gott» nenne. Besonders das Fach Dogmatik hat wesentlich dazu beigetragen, mich in meinem Atheismus zu bestärken. Unter solchen Umständen schien freilich alles andere als ein Pfarramt in Aussicht zu stehen.

In den letzten Studienjahren besuchte ich dann einige Veranstaltungen über «Psychosynthese und Religion» bei Dolf Coppes.1 Da ging mir ein Licht auf, das seither nie mehr erloschen ist: Es ist doch möglich, man kann ein gläubiger Mensch, sogar ein Christ sein, ohne glauben zu müssen, dass es Gott gibt.

Ich begeisterte mich für das Pfarramt, bezweifelte aber, dass sich Gemeinden fänden, denen meine Überzeugung nicht zu weit ging. Es stellte sich heraus, dass es solche gab, in Zeeland noch immer gibt. Der Ehrlichkeit halber muss ich sagen, dass ich jeweils im Vorstellungsgespräch die Frage, ob es Gott gibt, von meiner Seite her nicht aufgeworfen habe, und von der anderen Seite wurde sie auch nicht gestellt, vermutlich, weil man die Antwort als bekannt voraussetzte. Ich beliess es dabei, und so wurde ich Pfarrer, zuerst in Zierikzee, dann in Middelburg.

Dort liess ich dann an einem Gemeindeabend einen ersten Versuchsballon steigen mit der Behauptung, der Glaube der meisten Menschen beruhe auf der Überzeugung, dass es einen Gott gibt; mein Glaube beruhe auf der Überzeugung, dass es diesen Gott nicht gibt. Das war zwar ein Anfängerfehler, der mich beinahe meine Stelle gekostet hat (der Pfarrer glaubt nicht an Gott!), dafür aber eine korrekt formulierte atheistische Behauptung: Ich behauptete, nicht zu glauben an einen Gott, von dem andere behaupten, dass es ihn gebe. Das ist genau das, was Atheisten tun oder tun müssten.

Ich stehe noch immer zu dieser Aussage, doch um Missverständnissen zuvorzukommen, formuliere ich sie heute anders. Ich sage: Der Ausdruck «es gibt» passt nicht zu dem, was ich Gott nenne. Damit drücke ich aus, dass (mein) Gott nicht unterzubringen ist in der Kategorie jener Dinge, von denen gesagt werden kann, dass es sie gibt. Darauf wird meistens etwas weniger schockiert reagiert, aber es kommt auf dasselbe heraus: Gott gibt es nicht. Die Erfahrung aber hat mich inzwischen gelehrt, hinterher sofort zu sagen, dass ich dennoch an Gott glaube, und das kann nicht oft genug wiederholt werden, hiermit einmal mehr!

Atheist und Pfarrer, geht das zusammen?

Auf den ersten Blick ist das eine unmögliche Kombination, denn ein Atheist glaubt nicht, dass es Gott gibt, ein Pfarrer dagegen schon. Bei näherer Betrachtung ist die Sache aber etwas komplizierter: Es gibt Atheisten und Atheisten, und es gibt Pfarrer und Pfarrer.

Eine erste Beobachtung: Was ist ein Atheist? Ein Atheist glaubt nicht, dass es Gott gibt. Er glaubt also etwas nicht, nämlich dass es Gott gibt. Oder er glaubt etwas sehr wohl, nämlich dass es Gott nicht gibt. Für mich ist das gehupft wie gesprungen; weil aber viele Atheisten schon Juckreiz kriegen beim blossen Gedanken, dass sie eigentlich doch etwas glauben, lasse ich das.

Und was ist ein Pfarrer? Ist das einer, der glaubt, dass es Gott gibt? Das möchte man von einem Theologen wohl erwarten, und es mag ja Pfarrer geben, die das von sich sagen; ich vermute aber, dass die meisten auf die Frage: Glaubst du, dass es Gott gibt?, nicht ohne weiteres ja sagen würden.2 Und sie haben recht, denn ein Ja würde bedeuten, dass sie an etwas glauben, was es gibt. Von Gott aber kann man vieles sagen, jedoch nicht, dass es ihn gibt. Jeder Pfarrer, der damit einverstanden ist, ist also eigentlich Atheist; der Erste aber, der sich auch als solchen bezeichnen würde, muss mir noch begegnen.

Dass es Gott nicht gibt, ist für einen Pfarrer eine gefährliche Aussage. Darum schreibe ich dieses Buch jetzt und nicht erst – wie ich ursprünglich dachte – nach meiner Pensionierung.3 Ich will hinterher nicht sagen hören, ich hätte gut reden, da man mich ja nicht mehr aus dem Kirchendienst ausschliessen könne.

Natürlich hoffe ich, dass sich viele Pfarrer und Gläubige nach der Lektüre dieses Buches zum Atheismus bekehren, und andersherum (obwohl ich mir in dieser Richtung weniger Illusionen mache), dass viele Atheisten anfangen, an Gott zu glauben, und dass wenigstens einige von ihnen Pfarrer werden. Der Schritt erscheint wechselseitig grösser als er in Wirklichkeit ist, denn Pfarrern und Atheisten ist eines gemeinsam: Sie wissen nicht, wer oder was Gott ist, und haben, wenn sie das zugeben, keine Existenzberechtigung mehr.

Dieses Buch wurde mit einem gewissen Schmunzeln geschrieben. Als einer, der mit Leib und Seele Pfarrer und Atheist ist, habe ich mich frei gefühlt, sowohl den Pfarrer als auch den Atheisten aufs Korn zu nehmen, und dies – ehrlich gesagt – mit Vergnügen. Ich hoffe, der Leser, die Leserin habe ebenso viel Spass daran und lerne vielleicht auch etwas dabei.

Ein spannendes Buch wird es nicht werden, denn das Ergebnis steht ja bereits fest: Ein Pfarrer kann Atheist sein und umgekehrt. Und wenn ich der Einzige wäre: Ich bin so einer – vielleicht eher ein atheistischer Prediger als ein predigender Atheist – aber immerhin!

Für wen schreibe ich?

Der Leser, den ich beim Schreiben stets vor Augen hatte, ist sich nicht so sicher. Er zweifelt oder glaubt überhaupt nicht (mehr) daran, dass es Gott gibt, und fragt sich, welchen Sinn es hat zu glauben, wenn es Gott nicht gibt. (Mancherlei Sinn, sage ich mal vorläufig.)

Innerhalb der Kirche sehe ich ihn als einen, der Woche für Woche erfährt, wie gross der Unterschied ist zwischen seinem eigenen Glaubensempfinden und der Selbstverständlichkeit, mit der die Kirche jedem, der sich fragt, ob es Gott gibt, den Mund stopft. Für ihn versteht sich das eben nicht mehr von selbst, und darin fühlt er sich nicht ernstgenommen; seine Fragen werden nicht beachtet oder umgangen.

Ausserhalb der Kirche sehe ich ihn als einen, der mit den Jahren der Kirche enttäuscht den Rücken gekehrt hat, jedoch nicht ungläubig geworden ist. Er hat bloss die Antworten hinter sich gelassen, die Fragen aber mitgenommen. Vielleicht versteht er sich selbst als «Etwasist»4, glaubt er doch, dass es «etwas» gibt, das er aber nicht Gott nennt, weil er inzwischen allergisch reagiert auf das, was in den Kirchen unter diesem Wort verstanden wird.

Ausserhalb der Kirche sehe ich ihn auch als einen, der sich auf dem Markt der Religionen und Sinngebungen herumtreibt und versucht, sich sein eigenes «Glaubens-Paket» zusammenzustellen. Er möchte offen sein für etwas, was die alltägliche Oberflächlichkeit übersteigt, er ist unbefangen und vorurteilslos gegenüber dem Wort «Gott», in der Überzeugung, dass mit diesem Wort jeweils das gemeint sei, was er gerade sucht. Und ich sehe ihn überall suchen ausser in der Kirche, denn er weiss, dass er in einer Institution, die auf aktuelle Fragen mittelalterliche Antworten gibt, nichts finden wird.

Ich fühle mich als Bundesgenosse des zweifelnden Lesers, der ringt mit überholten Gottesvorstellungen, der sich verabschieden möchte von dem, was die Kirchen von Gott behaupten, aber nicht von seinem Glauben. Ich stehe auf der Seite derer, die in Nebel gehüllt werden von Theologen, die so tun, als ob es Gott gäbe oder – schlimmer noch – die Frage, ob es Gott gibt, als überholt oder irrelevant betrachten. Ich fühle mich verwandt mit jenen Sinnsuchern, die davon ausgehen, dass es etwas gibt, das mehr ist als das, was wir mit unseren Augen wahrnehmen können, die aber um das Wort «Gott» einen Bogen machen, solange es nicht vom kirchlichen Ballast befreit ist.

Kein schwieriges Buch

Dieses Buch ist ein Buch für ganz normale Menschen.

Diese Bemerkung soll auch als Kritik verstanden werden: Ich habe für die Arbeit an diesem Buch eine Menge Bücher in Händen gehabt und durchgeackert; sie waren nahezu ausnahmslos unlesbar für Nichttheologen. Das darf doch nicht so sein, denn wenn Gott je eine Absicht verfolgt haben sollte (was ich nicht glaube), dann gewiss nicht die, der Menschheit Rätsel aufzugeben, die nur von Theologen gelöst werden können.

Kein schwieriges Buch also. Für Liebhaber habe ich im Anhang eine Liste von «absichtlich vermiedenen» Fachausdrücken angefügt.

Kein christliches Buch

Um an Gott glauben zu können, ist Jesus an sich nicht nötig. Ich betrachte das Christentum als ein Gleis (neben anderen), auf das wir als Westeuropäer mehr oder weniger zufällig gestellt sind. Auf diesem Gleis zu stehen, verleugne ich nicht, ich relativiere es aber. Die kirchliche Fixierung auf Jesus betrachte ich als Irrtum, Jesus selbst war kein Christ. Ich bewundere ihn als einen besonderen Menschen, der auf seine Weise gezeigt und gelebt hat, was Gott ist, so wie es andere vor und nach ihm taten und noch immer tun. Ich hänge mehr an biblischer als an kirchlicher Überlieferung. Weil ich zufällig in den Niederlanden und nicht in Thailand geboren wurde, bin ich nicht auf den Gedanken gekommen, ein buddhistischer Mönch zu werden, sondern bin nun eben Pfarrer in einer protestantischen Kirche und sehe in der Bibel meine bevorzugte religiöse Inspirationsquelle.

Er und Sie

Was es nicht gibt, ist weder ein «er» noch eine «sie» noch ein «es». Wenn ich mit «er» auf Gott verweise, dann bloss, um gelegentlich nicht dreimal im gleichen Satz «Gott» sagen zu müssen. Auch wenn ich mich auf den Menschen beziehe, sage ich meistens «er». Ich hoffe, dass «sie» dafür Verständnis hat.

Eine Entschuldigung im Voraus

Was einst notierte Lesefrüchte waren, ist im Lauf der Jahre in meine eigene Ausdrucksweise eingegangen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass da jemandem etwas entgegenkommt, was von ihm stammt, ohne dass er als Quelle genannt wird; er möge es als Kompliment nehmen.

Ein Wort zum Inhalt

Ich glaube nicht, dass es Gott gibt; ich glaube aber an Gott.

Dass es Gott nicht gibt, ist für mich kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung für den Glauben an Gott. Ich bin ein gläubiger Atheist.

Im 1. Kapitel gehe ich näher auf den Begriff «Atheismus» ein, versuche die nebulösen Vorstellungen von «Existenz» etwas zu klären, wobei ich mich auch ziemlich ereifere über Kollegen, die behaupten, die Existenz Gottes spiele gar keine Rolle. Mit der Bibel in der Hand sage ich mit den Atheisten: Gott gibt es nicht, und wende ich mich zugleich gegen die Kirche, indem ich behaupte, dass, was sie «Gott» nennt, auf einem historischen Missverständnis beruht: Diesen Gott hat es nie gegeben. Die Tatsache, dass sich der Glaube an einen allmächtigen Gott auf ein wackeliges biblisches Fundament stützt, war bis gegen Ende des Mittelalters ein von der Kirche wohlgehütetes Geheimnis. Mit dem Aufkommen der Wissenschaften wurde er immer unhaltbarer. Heutzutage ist ein solcher Glaube meines Erachtens der Katalysator der Entkirchlichung: Wenn sich die Leute nicht mehr ernstgenommen fühlen, laufen sie der Kirche davon.

Im 2. Kapitel geht es um das, was «glauben» heisst. Das hat mehr mit dem Leben als mit der Religion zu tun. Die ursprüngliche Bedeutung von «glauben» ist «vertrauen». Man vertraut, genauso wie man lebt: aufgrund von Erfahrungen, die man gemacht hat. Gott kann das Wort sein, mit dem man eine Erfahrung bezeichnet, muss es aber nicht. Mit der Bibel bezeichne ich Gott als «das, was Menschen, die unterwegs sind, begleitet». Darum sage ich nicht, dass es Gott «gibt», sondern dass er sich ereignet oder sich ereignen kann. Dazu braucht es Menschen, ohne Menschen ist Gott nirgends.

Das 3. Kapitel gibt Antwort auf oft gestellte Fragen: Was hat ein Pfarrer, der nicht glaubt, dass es Gott gibt, in der Kirche zu suchen? Und wie schaffst du das, Klaas Hendrikse, wie hältst du’s mit der Tradition, der Liturgie, dem Gebet? Und wie gehst du um mit Krankheit und Tod in deiner Gemeinde?

Im 4. Kapitel mache ich einen kleinen, nicht eben heiter stimmenden Rundgang durch die Kirche, um dann mit einem hoffnungsvollen Ausblick zu schliessen: Doch, es gibt noch eine Zukunft für die Kirche, dank dem Atheismus! Getragen von dieser Hoffnung entwerfe ich dann das Bild einer zukünftigen Kirche, von der ich träume.

1. Gott gibt es nicht –
Womit Atheisten recht und womit sie nicht recht haben

Allem voran sei gesagt, dass ich mich nicht entschlossen habe, dieses Buch zu schreiben, um irgendjemanden zu überzeugen, dass es keinen Gott gibt.

Ich bin unter Leuten aufgewachsen, die überzeugt waren, dass es Gott gibt, und die ihr Leben danach ausrichteten. An viele von ihnen denke ich mit Zuneigung und Respekt zurück. Und den gleichen Respekt bringe ich auch Leuten entgegen, die heute in der Überzeugung leben, dass es Gott gibt. Einverstanden bin ich mit ihnen natürlich nicht, denn ich bin überzeugt, dass es Gott nicht gibt.

Zwischen diesen beiden Standpunkten befindet sich, innerhalb und ausserhalb der Kirche, die grosse Mehrheit derer, die zweifeln. Die meisten von ihnen werden aufgewachsen sein mit der Idee, dass «an Gott glauben» mehr oder weniger automatisch auch bedeutet zu glauben, dass es Gott gibt. Meine Botschaft ist nicht, dass das nicht so sein kann, sondern dass es nicht so sein muss: Man braucht nicht zu glauben, dass es Gott gibt, um an Gott glauben zu können.

Was es nicht gibt, kann auch nicht schaden …

Was meint jemand mit der Aussage: Gott gibt es (nicht) oder Gott existiert (nicht)? Das hängt in erster Linie vom Verständnis des Wortes «existieren» ab. Und das ist noch immer sehr verschwommen, vor allem unter Theologen, die es offensichtlich darauf anlegen, Deutlichkeit zu vermeiden. In diesem Kapitel spreche ich sie darauf an, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich damit meines Erachtens um ihre Aufgabe drücken, die darin besteht, Fragen und Zweifel von Gläubigen ernstzunehmen und nach Möglichkeit Rede und Antwort zu stehen.

Mit einem verschwommenen, nebulösen Gottesbild ist auch der «Gegenpartei» nicht gedient, denn mit der Leugnung von Nebelschwaden ist man noch kein Atheist.

Von Nebeln umgeben ist auch der Begriff «Atheismus». Atheistische Aussagen über Gott und Glauben sind selten vernünftig, meist unsinnig, oft karikierend. Die Folge davon ist, dass nur wenige Leute sich selbst als Atheisten bezeichnen, obwohl es in Wirklichkeit viele sind. In diese Verwirrung versuche ich ein wenig Klarheit zu bringen.

Anschliessend werde ich zeigen, dass ein Atheist sich durchaus auf die Bibel berufen kann: Den Gott, von dem andere behaupten, dass es ihn gebe, gibt es nicht. Mehr noch: Die Idee, dass es Gott gibt, beruht auf einem historischen Missverständnis. Und auf einem biblischen Missverständnis: Gott gab es ursprünglich nicht. Was dazu führte, dass es ihn dann gab, hatten sich die Israeliten bei den Heiden «geliehen». Das Geliehene wurde nie zurückgegeben, und die Folge davon ist, dass das Christentum bis auf den heutigen Tag strotzt vor Heidentum.

Als die Kirche entstand, war der Gott Israels – ursprünglich einfach ein Gott unter Göttern – bereits der einzige und grösste geworden, der keine anderen Götter neben sich duldete. Diese Form von Diktatur nennt man Monotheismus: Es gibt nur einen Gott.

Unterdrückung aber ruft immer Widerstand hervor. Um der Autorität des Machthabers Nachdruck zu verschaffen, wurde Gott zum «Allmächtigen» ausgerufen. Damit hat sich die Kirche ihre eigene Grube gegraben, in die sie dann aber – da sie sich mittlerweile auch zu einer allmächtigen Institution erhoben hatte – erst viel später hineinfiel. Die heutige Entleerung der Kirchen hängt aufs Engste zusammen mit dem Abschied von einem Gottesbild, das die Kirche während Jahrhunderten wider besseres Wissen und mit allen Mitteln – wenn nötig mit Feuer und Schwert – aufrechterhalten hat.

Im 16. Jahrhundert entstanden die ersten Kratzer, und mit dem Aufkommen der Wissenschaften in den Jahrhunderten danach musste dieser Gott immer mehr Terrain preisgeben.

Zum Schluss des Kapitels werde ich darlegen, dass Glaube und Wissenschaft sich sehr wohl vertragen können, wenn beide Parteien sich an gewisse Spielregeln halten. Für die kirchliche Partei aber bedeutet das, dass sie auf den Begriff «Allmacht» verzichten muss, wenn sie in den heutigen Diskussionen um Evolutionstheorie und intelligent design noch ein ernstzunehmender Gesprächspartner sein will.

Zur Frage, ob es Gott gibt oder nicht

Ich denke, also bin ich.5

«Denn wer vor Gott treten will, muss glauben, dass er ist …»,6 so steht es im Brief an die Hebräer. Kürzer und knapper kann das Missverständnis nicht formuliert werden: Wenn man an Gott glaubt, glaubt man auch, dass es ihn gibt. Damit steht oder fällt der Glaube doch, denn wenn es Gott nicht gibt, wie soll man dann an ihn glauben können? Nein, damit fällt er bloss, denn wer behauptet, dass es Gott gibt, gerät in unlösbare Probleme. Man kommt nicht weiter, am Ende kann man nur sagen: «Es mag ja sein, dass es ihn gibt», oder: «Es mag ja sein, dass es ihn nicht gibt».

Aber Gott kann es unmöglich auf die gleiche Art geben, wie es einen Apfelkuchen gibt. Anders ausgedrückt: Gott fällt nicht in die Kategorie der Erscheinungen, von denen vernünftigerweise gesagt werden kann, dass es sie gibt. Einfacher und deutlicher gesagt: Gott gibt es nicht.

Jemand, der bestreitet, dass es Gott gibt, ist gewiss kein Gottesleugner. Eigentlich verhält es sich umgekehrt: Jemand, der behauptet, dass es Gott gibt, ist ein Gottesleugner. Denn gerade ein gläubiger Mensch ist sich bewusst, dass es Gott nicht gibt, so wie es in der wirklichen Welt andere Dinge oder andere Menschen gibt.

Ich denke, also denke ich, dass ich bin.7

Ich bin mir bewusst, dass es zwischen Gott und einem Apfelkuchen manches gibt, über dessen Existenz differenzierter gesprochen werden könnte. Von Atomen, Schallwellen, Schönheit, Glück, Leid, Illusionen und auch vom Geschmack eines Apfelkuchens wäre mehr zu sagen als einfach nur, dass es so etwas gibt oder nicht gibt.

Für mein Thema, Gott, ist das aber nicht relevant. Selbst wenn ich das Zugeständnis machte (ich mache es aber nicht), dass Gott «anders existiert» als ein Apfelkuchen, wäre das für mich nur ein Grund mehr, von Gott nicht zu sagen, dass es ihn gibt. Oder anders, an die Adresse der Theologen gesagt: Wenn «Gott anders existiert», dann nennt das auch anders und hört auf zu sagen, dass es Gott gibt.

Theologischen Diskussionen und Publikationen entnehme ich, dass viele meiner Kollegen mit mir einverstanden sind, dass Gott nicht existiert wie ein Apfelkuchen. Das zu sagen, ist aber für die meisten von ihnen scheinbar etwas anderes, als freiheraus zu sagen, dass es Gott nicht gibt. Da wird auf eine manchmal nicht mehr nachvollziehbare kreative Weise um den heissen Brei herumgeredet. Zum Beispiel: «Gott ist so gross, dass er nicht zu existieren braucht»,8 oder: «Gott existiert im Ritual, für die Dauer des Gebets, ohne darüber hinaus zu existieren.»9 Oder: «Gott existiert nicht, er ist.»10 Oder: «Gott steht, versteht, aber besteht nicht.»11

Bei allem Respekt, für mich sind das Seifenblasen. Da wird die Existenz Gottes weder bestätigt noch bestritten, sondern in Nebel gehüllt. So ist der Theologe fein raus, kapiert Gott am Ende selbst nicht mehr, ob es ihn nun eigentlich gibt oder nicht, und begreift ein normaler Mensch überhaupt nichts mehr.

Wenn ich in einer beliebig zusammengesetzten Gesellschaft frage: «Wer glaubt, dass es Gott nicht gibt?», heben etwa zwanzig Prozent der Anwesenden die Hand. Wenn ich anschliessend frage: «Wer glaubt, dass es Gott gibt?», sehe ich ungefähr gleich viele Hände hochgehen. Daraus schliesse ich, dass die meisten Leute wohl eher glauben, dass es Gott nicht gibt.12 Das ist nicht, was ich eine solide Basis für eine religiöse Überzeugung nenne. Meines Erachtens zeigt sich hier, dass es zu Ende geht mit dem jahrhundertealten Missverständnis (das pure Heidentum), dass Gott irgendein Wesen sei, das es gibt. Von einem Wesen kann man das ja problemlos sagen. Die meisten Menschen aber glauben nicht mehr an ein solches Wesen, und damit fällt für sie auch die Voraussetzung für die Existenz Gottes weg. Eine Alternative aber haben sie nicht. Viel zu tun für die Theologie!

Blasphemie: Tun, als gäbe es Gott

Aus gewissen Reaktionen auf frühere Publikationen, in denen ich behauptet hatte, dass es Gott nicht gibt, ging hervor, dass eine solche Position von vielen als eine Blasphemie, die aus dem Innern der Kirche kam, empfunden wurde. Dass ich persönlich als Satan, Antichrist oder Wolf im Schafspelz tituliert wurde, weist jedenfalls in diese Richtung.

Ich bin damit natürlich nicht einverstanden. Ausserdem: Wenn es Gott nicht gibt, kann eine Blasphemie ja nicht viel Schaden anrichten. Doch ich möchte mit dem Wort «Blasphemie» lieber die Haltung derer bezeichnen, die so tun, als ob es Gott gäbe.

«Wenn es Gott nicht gibt, warum tun sie dann so, als ob es ihn wirklich gäbe?» So hat seinerzeit der kleine Junge im Alblasserwaard gefragt. Wenn ich mich heute in der Kirche umschaue und umhöre, kehrt die gleiche Frage noch immer unbeantwortet zurück.

Immerhin, in der «Trouw»13 las ich als Schlagzeile über einem Bericht von einer Pfarrerversammlung: «Man kann nur glauben, indem man so tut, als ob es Gott gäbe.» Einer der Redner, Rein Nauta,14 stellte fest: «Glauben ist ein performativer Akt, eine Art Spiel, einer Theatervorstellung vergleichbar.» Damit ist auf jeden Fall die Frage beantwortet, warum die Leute lieber ins Theater gehen als in die Kirche. Mit der Aufforderung, zu tun, als ob es Gott gäbe, werden die Kirchgänger in den Wald geschickt oder hinters Licht geführt.

Als Reaktion auf meinen Plan, ein Buch zu schreiben, wurde mir noch und noch zu verstehen gegeben, dass «es nicht darauf ankomme, ob es Gott gibt oder nicht gibt». Aus dem Mund eines Theologen ist das, falls möglich, noch gotteslästerlicher als eine Blasphemie. Jemandem, der zweifelt, ist damit nicht geholfen, vielmehr wird er mit leeren Worten abgespeist. Oder ins Theater geschickt. Doch für ihn oder für sie bleibt die Frage wichtig, sogar entscheidend. Und das Mindeste, was die Leute von einem Theologen erwarten dürfen, ist, dass ihre Fragen und Zweifel ernstgenommen werden.

Alles in allem: Mit einem, der sagt: «Gott gibt es nicht», kann ich einen gemeinsamen Weg gehen; mit einem, der sagt: «Gott gibt es», kann ich zwar gemeinsam aufbrechen, aber dann trennen sich unsere Wege; mit einem, der sagt: «Es kommt nicht darauf an, ob es Gott gibt oder nicht», will ich schon gar nicht aufbrechen, der kann auf seinem Stuhl sitzen bleiben.

Es geht mir nicht darum, Kollegen anzugreifen. Ich sehe bloss, dass mit schöner Regelmässigkeit aus Untersuchungen hervorgeht, dass die meisten Leute sich nicht als nicht gläubig bezeichnen, wohl aber nicht kirchlich sind. Das bedeutet, dass es gar nicht so sehr um Unglauben geht, sondern eher um ein Befremden gegenüber dem, was in den Kirchen von Gott gesagt wird. Offensichtlich wollen die Leute gar nicht von ihrem Glauben, sondern von diesem Gott Abschied nehmen.